Wenn die Mafia Hunger hat: Verbrechen mit Auberginen und Tomaten

Tomatensauce nach Catherine Scorsese mit Hackbällchen und Auberginenpiccata

Würden italienische Mütter ihr Familien-Rezept für Tomatensauce verraten? Niemals – so jedenfalls dachten wir. Bis uns ein Kochbuch in die Hände kam, welches Rezepte mit Kinofilmen in Verbindung bringt. Inspiriert durch Leinwandklassiker, zeigt „Filmrezepte – 25 Menüs“ von Thomas Struck und Karin Laudenbach, welche zentrale Rolle doch das Essen in vielen Filmen spielt und dass beide Bereiche viel gemeinsam haben: „Sowohl das Essen als auch der Film wecken Erinnerungen, erzählen Geschichten und erzeugen Gefühle.“ Tiefgreifende Worte bei denen wir das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen mögen. Denn darin haben sich 13 Spitzenköche den Teller zu Leinwand genommen, um bewegende Bilder kulinarisch greifbar oder besser gesagt essbar zu machen.

Kochbuch Filmrezepte - 25 Menüs vom Callwey VerlagDas Buch ist wirklich ein kleiner Goldschatz, der einen dazu bringt Filme aus einer anderen Perspektive zu sehen. Hier ein Beispiel, dass uns zurück zu den italienischen Müttern bringt. Im Klassiker „Good Fellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia“ von Martin Scorsese wird oft nach erfolgreich begangenen Verbrechen dekadent aufgetischt. Der Familien-Clan kommt zusammen und der Champagner fließt in Strömen. Sogar im Gefängnis dürfen saftige Steaks und frische Hummer nicht fehlen. Aber selbst für die harten Jungs kommt das beste Essen immer noch von La Mamma. Catherine Scorsese, die Mutter des weltbekannten Regisseurs spielt nicht nur mit, sondern bekocht die skrupellosen Gangster auch mit ihrer heiß geliebten Tomatensauce. Und dank des Kochbuches „Filmrezepte – 25 Menüs“ ist nun auch hierzulande ihr Rezept kein Geheimnis mehr. Mit naturbelassenen Zutaten und viel Zeit hat  Sternekoch Kolja Kleeberg die legendäre Tomatensauce nachgekocht und serviert dazu knusprige Auberginenpiccatas mit Salbei. Wir konnten uns nicht mehr halten und wagten den Selbsstest. Eine schön sämige Konsistenz hat die Tomatensauce wohl durch die Kartoffel erhalten und nur wenige Kräuter reichen aus für die richtige Würze. Denn das Geheimnis einer jeden guten Tomatensauce, ist das lange lange köcheln lassen. Je länger desto intensiver der Geschmack. Zwar würden selbst gemachte Pasta perfekt zur Sauce passen, aber die knusprigen Auberginenpiccatas geben dem Ganzen nochmal eine andere Richtung. Bis zur letzten Gabel ein harmonisches Gericht, dass unser Herz verwöhnt hat, wie bei Mama. Grazie.

 

Rezept: Auberginenpiccatas mit Mama Scorseses Tomatensauce

Zutaten

  • 3 bis 4 kleine AuberginenAuberginenpiccata mit italienischer Tomatensauce
  • 500 g gemischtes Hackfleisch
  • 800 g geschälte Tomaten
  • 300 g passierte Tomaten
  • 50 g Tomatenmark
  • 200 ml Milch
  • 100 ml Wasser
  • 200 g frisch geriebener Parmesan
  • 4 Eier
  • 4 EL Mehl
  • Olivenöl
  • 1 Stängel Salbei
  • halbes Bund Basilikum
  • halbes Bund Petersilie
  • 1 unbehandelte Zitrone
  • rosenscharfes Paprikapulver
  • Pfeffer aus der Mühle
  • 1 Zwiebel
  • 1 mittelgroße Kartoffel
  • 1 Karotte
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Brötchen vom Vortag
  • Cayennepfeffer
  • Salz

Zubereitung

  1. Pflanzenöl in einem hohen Topf erhitzen und Zwiebeln darin glasig anschwitzen. Geschälte und passierte Tomaten, Tomatenmark wie auch 100 ml Wasser in den Topf geben. Gut umrühren und mit einem Stabmixer pürieren. Die Kartoffel und Karotte schälen und im Stück zur Sauce geben. Haut von der Knoblauchzehe abziehen und ebenfalls im Ganzen zur Sauce hinzufügen. Die Hälfte des Basilikums und der Petersilie fein hacken und unterrühren. Mit Salz sowie Cayennepfeffer abschmecken und die Sauce für ungefähr 30 Minuten bei niedriger Stufe köcheln lassen.
  2. Tomatensauce nach Catherine ScorseseBrötchen grob zerreißen und in Milch einweichen. In einer Schüssel das Hackfleisch mit Ei, Parmesan, dem restlichen gehackten Basilikum sowie der Petersilie gut vermengen. Nun das vollgesogene Brötchen ausdrücken und gut mit dem Hackfleisch verkneten. Mit Salz und Cayennepfeffer würzen. Aus der Hackfleischmasse gleichmäßig kleine Bällchen formen. Sobald die Sauce für eine gute halbe Stunde gekocht hat, die Hackfleischbällchen hinzugeben und für weitere 30 Minuten köcheln lassen.
  3. Auberginen in fingerdicke Scheiben schneiden. Diese großzügig mit Salz bestreuen und für etwa 30 Minuten in ein Sieb legen. Währenddessen Eier mit Parmesan sowie einem Esslöffel Olivenöl verquirlen. Salbei fein hacken und Zitronenschale abreiben (etwa ein Teelöffel). Beides unter die Ei-Mischung rühren. Mit Salz und Cayennepfeffer würzen. Auberginenscheiben unter fließendem Wasser vom Salz befreien und mit Küchenpapier trocken tupfen. Pflanzenöl in einer Pfanne erhitzen und Mehl in eine flache Schüssel geben. Zuerst die Auberginenscheiben im Mehl wenden, dabei überschüssiges Mehl leicht abklopfen. Dann die Scheiben in die Ei-Mischung tauchen bis sie komplett bedeckt sind. Anschließend auf mittlerer Hitze von beiden Seiten goldbraun braten.
  4. Vor dem Servieren Kartoffel, Karotte und Knoblauchzehe von der Tomatensauce entfernen.

Zubereitungszeit: 15 Minuten

Kochzeit: 1 Stunde 10 Minuten

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