Vegan essen – ein Lebenszeichen

riesige Fleischtomaten

Es geht auch anders. Kein Fleisch, kein Fisch, keine Milch, noch nicht einmal Honig sind nach den Grundprinzipien des Veganismus erlaubt. Ein Leben ohne Tierprodukte, also nur auf rein pflanzlicher Basis auszurichten ist möglich. Aber was genau bedeutet vegan essen? Und was macht die vegane Lebensweise aus?

Warum vegan?

spanischer SchinkenDie Definition der Organisation „The Vegan Society“ macht den Unterschied deutlich: Vegetarier essen zwar kein Tierfleisch, jedoch sind tierische Produkte, wie Eier, Milch und Honig erlaubt. Auch Leder, Wolle oder Kosmetika, welche mit tierischen Produkten verarbeitet sind, nutzt der Vegetarier. Einen Schritt weiter gehen Veganer, indem sie weder Tierfleisch essen noch tierische Produkte zu sich nehmen. Eine ausschließlich pflanzliche Ernährung aus Früchten, Gemüse und Getreide, bildet die Basis des veganen Essens. Ob das nun gesund ist oder nicht, wird vielfach diskutiert und kritisiert. Jedoch liegt der Beweggrund für ein veganes Leben auf der Hand: in der Massentierhaltung leben die Tiere dicht gedrängt aneinander, oft auch in zu kleinen Käfigen. Dies entspricht keineswegs einem artgerechtem Leben. In vielen Betrieben wird der Einsatz von Medikamenten, wie Antibiotika zur Verringerung von Infektionen, nicht gescheut. Hormone werden besonders in der Rinderzucht eingesetzt, um ein besseres Wachstum der Tiere zu erreichen. Dabei soll sich das Wachstum der Rinder um 10 bis 30 Prozent erhöhen.

Viele Studien belegen zwar, dass der Verzehr von Fleisch aus Massentierhaltung unbedenklich ist, trotzdem sind Hormone und medizinsche Wirkstoffe im Fleisch nachweisbar.  Auch für den Menschen kann dies Folgen haben. Die Wirkstoffe der eingesetzten Medikamente gelangen über die Nahrungsaufnahme in den menschlichen Körper. Vielleicht nicht unbedingt in hoher und giftiger Menge, aber der Verzehr von Fleisch aus der Massentierhaltung kann zu Antibiotikaresistenz wie auch Allergien führen. Weitere Krankheiten sind nicht ausgeschlossen.

Anders essen

Oft sind tierische Produkte, wie Molke oder Ei in Lebensmitteln miteingearbeitet, d. h. diese fallen in einer veganen Ernährung komplett weg. Was bleibt dann noch? Die Auswahl scheint beschränkt zu sein und ein möglicher Mangel an Vitaminen und Nährstoffen scheint aufzutreten. Auch werden vegane Gerichte meist als fad und geschmackslos bezeichnet. Aber es hat sich in den vergangenen Jahren einiges geändert. Viele Alternativen werden in Supermärkten angeboten und bereits in vielen deutschen Großstädten gibt es vegane Restaurants mit außergewöhnlichen fleischlosen Kreationen auf dem Speiseplan.

schwarze und grüne BohnenAusgewogen und abwechslungsreich – das ist beim veganen Essen durchaus möglich. Alternativen zu finden, mit denen man einen Vitamin- und Nährstoffmangel entgegengewirkt, spielt dabei eine große Rolle. Beispielsweise kann der Bedarf an Kalzium durch Brokkoli, Grünkohl, Petersilie und Nüsse gedeckt werden. Ausreichend Eisen sind in Hülsenfrüchten, Trockenfrüchten, Vollkorngetreide, Sesam, Nüsse und Bananen enthalten. Um einen Jodmangel entgegenzuwirken stellen Algen eine natürliche Jodquelle und Alternative zu angereichertem Salz dar. Algen werden in der veganen Küche ebenfalls als pflanzliche Gelatine (Agar-Agar) eingesetzt. Als Eiweißlieferant dient Tofu in unterschiedlicher Konsistenz und auch Geschmacksrichtungen, entweder geräuchert oder auch als Seidentofu.

Es ist bestimmt kein einfacher Schritt, denn Veganismus ist eine Lebensentscheidung bei der man vieles anders macht. Die Verinnerlichung für Tiere, Umwelt und letztlich auch für sich selbst Verantwortung zu übernehmen braucht Zeit. Ein Anfang ist es dabei schon den Fleischkonsum zu reduzieren. Weitere Schritte um seine Überzeugung in die Tat umzusetzen sind auch Neugier beim Einkaufen und Kreativität beim Kochen zu entfalten: In ein herzhaft saftiges Steak zu beißen, ist natürlich ein nicht zu ersetzendes Gefühl. Doch existiert fern ab vom Steak eine weitere kulinarische Welt, die eben nicht versucht Fleisch zu imitieren. Dinge anders sehen und vielleicht bekanntes Gemüse oder Obst einmal anders einzusetzen – auch dafür steht Veganismus.

Mit der Entscheidung für ein veganes Leben setzt man ein Zeichen gegen die Massenproduktion in der Fleischindustrie und zeigt, dass ein anderer Weg realisierbar ist.

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